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   Januar 2012


 






Antalis GmbH

Ingo Osterheld im Interview.

(Managing Director Middle Europe)

Wie sehen Sie die Mengenentwicklung für die Firma Anatlis in ihrem Geschäftsbereich im laufenden Jahr?

I.Osterheld:

Der Markt zeigt sich sehr schwach auf allen Wertschöpfungsstufen, und wir erwarten auch erstmals keine Jahresendrally. Auch die Einführung von SAP ist leider nicht friktionslos und führt bei uns zu Mengen-verlusten.

Unter den Produzenten von Bilderdruckpapier gibt es nach wie vor Überkapazitäten. Wie hoch schätzen Sie diese ein?

I.Osterheld:

Die Rechnungen gehen von 1,5 bis 2 Mio. t in Europa aus. Das Problem jedoch ist die Variable "unterstellte Marktnachfrage" in der Berechnung. Sinkt diese weiter so massiv, dann werden trotz weiterer Stilllegungen hohe Überkapazitäten den Markt kenn-zeichnen. Und was machen wir, wenn Asien massiv nach Europa drängt? Deren Märkte schwächeln auch.

Preissteigerungen waren für den Papiergroßhandel im Herbst nicht - wie vorgesehen - in dem Umfang möglich. Woran liegt dies?

I.Osterheld:

Es sind die bekannten Faktoren: Überkapazitäten bei Druckereien, im Handel und auch bei der Industrie, eine schwache Nachfrage ohne Aussicht auf Besserung sowie eine starke politische Verunsicherung. Hinzu kommt die speziell deutsche Handelssituation mit hoher Fixkostenbelastung in der Logistik, die zu starkem Volumendenken und bedauerlicherweise zu der Maxime "Menge vor Marge" führt.

Glauben Sie an eine weitere Konsolidierung im deutschen Papiergroßhandel?

I.Osterheld:

Die Frage ist mittlerweile schwierig zu beantworten, da in den letzten Jahren einfach nichts passierte. Einige Marktbegleiter werden schon seit Jahren als gefährdet gesehen, ohne dass es eine Konsolidierung gegeben hat. Ich glaube mittlerweile nur dann daran, wenn wir so schrierige wirtschaftliche Zeiten erhalten, dass eine Finanzierung der Konzerne auf heutigem Niveau (bis auf die inhabergeführten Unternehmen sind alle extrem geleveraged) defacto nicht mehr möglich ist. Es muss also ein signifikanter externer Schock einsetzen. Solange jährlich Millionenverluste von den Muttergesellschaften getragen werden, da Schließungskosten zu hoch sind, solange wird keine Bewegung im Markt sein. Ist das nicht mehr möglich, dann wird auch eine Konsolidierung herbeigeführt werden.

 


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